Ein in Vergessenheit geratener Klassiker unter den Cocktails

COCKTAIL-REZEPT – FRENCH 75

Für alle, die es etwas edler im Glas mögen, haben wir bereits auf Facebook und Instagram ein Cocktail-Rezept auf Champagner-Basis veröffentlicht. Doch schnelllebig wie die Sozialen Medien nun mal sind, gerät ein Posting schnell mal in den Hintergrund, wenn weitere folgen. Der French 75 hat das nicht verdient und deshalb bekommt er einen Platz in unserem Blog. Denn wie kein anderer Cocktail vereint er Frische, Süße und Säure auf eindrucksvolle Art und Weise.

Ein Cocktail und seine Geschichte

Doch kommen wir mal zum Wesentlichen: Wie eingangs erwähnt, handelt es sich beim French 75 – auch Seventy-Five oder Soixante Quinze – um einen alkoholhaltigen Cocktail aus Gin, Champagner und Zitronensaft. Kombinationen aus Spirituosen und Champagner waren schon während des Ersten Weltkriegs im Umlauf und erfreuten sich vor allem unter französischen wie amerikanischen Luftwaffe-Piloten einer großen Beliebtheit. Zur ersten Erwähnung des Cocktails kam es allerdings erst nach Ende des Ersten Weltkriegs – und zwar 1922 als „75“ im Buch „ABC of Mixing Cocktails“. Sein Erfinder soll ein gewisser Harrry MacElhone sein, seines Zeichens Betreiber der Harry’s New York Bar in der französischen Hauptstadt Paris. Die Entwicklung der endgültigen Rezeptur benötigte aber, wie bei so vielen Cocktails, etwas Zeit. In den ersten Rezepten verwendete man noch Gin, Calvados und Grenadine oder Absinth. Erst im Jahr 1927 taucht ein Rezept auf, das Brandy durch Champagner und Grenadine beziehungsweise den Absinth durch Zitronensaft ersetzt – und zwar in „Here’s How“ von Judge Jr.. „This drink is really what won the War for the Allies“, prangt dort in großen Lettern über der Zutatenliste. Wieviel Wahrheit darin steckt oder ob es lediglich eine Anspielung auf den Namen ist, der sich von einem französischen 75mm-Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg ableitet, lassen wir an dieser Stelle mal offen. Fakt ist jedoch: Drei Jahre später fand sich das Rezept im „The Savoy Cocktail Book“ des Londoner Savoy Hotels wieder, was dem French 75 weitere Popularität bescherte. Von nun an trank man ihn auch im Stork Club, der angesagtesten Bar New Yorks, in der bis zur Schließung Ender der 1960er Jahre das Who-is-who der Vereinigten Staaten verkehrte: Chaplin, Sinatra, Monroe, Hemingway, die Kennedys... Doch damit nicht genug, auch in Kult-Filmen wie A Man Betrayed, Casablanca, Jet Pilot und der 2016 veröffentlichten Serie Mr Selfridge, die sich der Geschichte des Londoner Luxuskaufhauses Selfridge & Co widmet, trinkt man den French 75.

Der French 75 ist also ein echter Klassiker, der über die Jahre seinen Weg in die weite Welt gefunden hat und noch heute mit seiner Eleganz zu überzeugen weiß. Und auch, wenn man sich eher sträubt, einen hochwertigen Champagner zum Mixen von Cocktails zu verwenden, sagen wir: Sie sollte es unbedingt wagen. Aber Vorsicht! Die namentliche Anlehnung an das Geschütz kommt nicht von ungefähr, denn hinter der prickelnden Leichtigkeit des Champagners versteckt sich der Gin mit einer Durchschlagskraft, die nicht von der Hand zu weisen ist.

French-75-Cocktail-Rezept-Zerres-Gourmet-Feinkost-Blog

Nun zum Rezept

Die International Bartenders Association empfiehlt:
3cl Gin
2cl Zitronensaft
1cl Zuckersirup
10cl Champagner

Das Glas sollte etwas vorgekühlt werden.

Alle Zutaten bis auf den Champagner werden zusammen mit etwas Eis in den Shaker gegeben, gut miteinander vermengt und dann in das Glas abgeseiht. Nun füllen wir das Glas mit dem Champagner auf und genießen einen 100 Jahre alten Klassiker.

Das Ganze ginge natürlich auch alkoholfrei. 

Ideal für Silvester & Co.!